König Otto verbindet – Letter of Intent

Anfang März 2016 wurde der „Infopavillon 955“ zur Lechfeldschlacht in der größten Stadt im Landkreis in Königsbrunn für die Öffentlichkeit an Wochentagen eröffnet.

Im November 2016 bekundete der tourismuspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt das Interesse an einer Kooperation in Sachen Schlacht auf dem Lechfeld von 955. Lars-Jörn Zimmer MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landtags von Sachsen-Anhalt sowie Vorsitzender des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt e.V. und Vorstandsmitglied des Deutschen Tourismusverbands e. V. erklärte sein großes Interesse daran, das Thema Lechfeldschlacht in Kooperation mit der Region Augsburg zu besetzen. Denn im Jahr 955 war es schließlich ein Sachse – Otto I., der Herzog von Sachsen war zugleich König des Ostfrankenreichs –, der das belagerte Augsburg vor den Angriffen der Ungarn zusammen mit Bischof Ulrich von Augsburg rettete. Das große Interesse der Tourismusexperten aus Sachsen-Anhalt basiert darauf, dass man auch dort die epochale Bedeutung der Ungarnschlacht von 955 kennt und über Otto I. – der Sachse wurde nach seinem Sieg auf dem Lechfeld im Jahr 962 zum Kaiser gewählt – touristisch ein- und umsetzen will. Der „Infopavillon 955“ ist für die Experten aus Sachsen-Anhalt deshalb ein potentieller Kooperationspartner.

Am Freitag, den 19. Mai 2017 vernetzten sich Augsburg und Magdeburg als „Otto-Städte“ im „955 Informations- und Präsentationspavillon“. Königsbrunn / Augsburg und Magdeburg sind durch ein Stück gemeinsame Geschichte miteinander verbunden, die durch das Charisma und den starken Charakter eines einzigen Mannes geprägt wurden. Widukind von Corvey beschreibt „Otto den Großen“ in seiner „Sachsengeschichte“ als vorbildlichen Menschen und Herrscher. Er war der siegreiche Beschützer der lateinischen Christenheit in der Schlacht auf dem Lechfeld anno 955 und er war der Begründer des Erzbistums Magdeburg im Jahre 968. In Augsburg und in Magdeburg wird seine Geschichte erzählt. Im Focus der Vernetzung standen die Erörterung der Kooperationsmöglichkeiten der beiden Städte und die Unterzeichnung des entsprechenden „Letters of Intent“.

Der Informationspavillon zur Schlacht auf dem Lechfeld umfasst in erster Linie einen Ausstellungsbereich, in dem drei Tage zur Lechfeldschlacht in Form eines Zinndioramas  ausgestellt werden. Die Dioramen-Zinnfiguren, die in dem Informationspavillon zur Ausstellung kommen, fertigte der Augsburger Martin Sauter, ein pensionierter Kriminalhauptkommissar. Außerdem hat er alte Stadtpläne, Straßenverläufe und Recherchen in anderen Städten in einer Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Augsburg verarbeitet. In die Mitte Augsburgs legte er den romanischen Dom.

Das Lechfeld-Museum soll mit einem Geschichtspfad zur Lechfeldschlacht verbunden werden. Die Kosten wurden auf über 300.000 Euro geschätzt – für etwa 75 Kilometer. Die Stadt Augsburg und die beiden Landkreise sowie die Regio Augsburg Tourismus GmbH planen den Pfad mit Hilfe von EU-Geldern umzusetzen. Er soll sich über die Stadt Augsburg, den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg erstrecken.

Den „Letter of Intent“ haben Anni Fries – stellvertretende Landrätin des Landkreises Augsburg, Dr. Klaus Metzger – Landrat Aichach-Friedberg, Franz Feigl – 1. Bürgermeister Stadt Königsbrunn, Lars-Jörn Zimmer – Vorsitzender des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt, Sandra Yvonne Stieger – Geschäftsführerin Magdeburg Marketing GmbH, Johannes Hintersberger – Vorstandvorsitzender Regio Augsburg und Götz Beck – Tourismusdirektor in Königsbrunn unterzeichnet.